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Teneriffa für Astro-Anfänger

 

Sonnenuntergang

Teide von der Nordseite - Sonnenuntergang

 

Meine erste Astro-Reise fand im Februar 1999 statt.

Es war der Winterurlaub mit Frau und Kind, den ich uns so ganz nebenbei mit Astromomie "versüßen" wollte.
Zum Glück fand meine Frau sogar Gefallen an der Aktion. Sie hatte sich bis dahin zwar nur zu ein paar flüchtigen Blicken durch ein Okular reizen lassen, doch ein sternklarer Himmel in einer Vulkanlandschaft, das fand Zustimmung.

Ich hatte schon öfter vom "Gegengewicht-Schmuggel" im Handgepäck gelesen.
Allerdings dachte ich, auf der Insel wird es doch wohl den einen oder anderen willigen Stein geben, der sich mit meiner Gegengewichtstange anfreunden läßt. Es lebe das Klebeband!

Dann kam vom Freund der schlaue Rat:
Nimm doch als Gegengewicht Kameras und mach ein paar Bilder.
Und schon steckte ich in der Astro-Photografie fest.

Ich hatte noch eine alte Vogtländer 50 mm, eine Minolta SRT 101 mit 200mm Objektiv und 2-fach Konverter.
Dafür bastelte ich mir eine Aufnahmeplatte für beide Kameras aus einem Balkenschuh ( Baumarkt ).
Ein simples Kaufhausstativ, das ich später auf der Insel mit einem steingefüllten Baumwollbeutel im Dreibein hängend zur Stabilität zwang, paßte bestens in den Koffer.

 

             Russentonne mit Kameras

 Russentonne                                    Balkenschuh mit Kameras

Montierung von ehemals 11cm Bresser-Newton                                umgebauter Balkenschuh als Kamerabasis
                                                                                                                     sorry für unscharf

 

Und so machte ich mich mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter (1Jahr) jeden zweiten Tag um ca. 15.00 Uhr auf den Weg in die Vulkanlandschaft der Canadas.
Wir waren nach ca. 1 Std. am Ziel auf ca. 2100m Höhe bei Kaffee und Kuchen im Parador-Hotel, welches eine schöne Terrasse besitzt, von der man gemütlich ins Land schauen kann.
Nach kurzen Streifzügen fuhren wir zu einer ausgesuchten Stelle auf der Westseite der Canadas, von der man einen traumhaften Sonnenuntergang erleben kann.

 

Westseite Canadas - Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

Westseite Canadas - Sonnenuntergang

 Sonnenuntergang

 

 

Kaum hatte man diesen genossen, fuhren wir um ca. 19.00 Uhr zurück zum Parador.
Ca. 200m vor dem Hotel biegt eine Sackgasse in Richtung Osten nach rechts ab.
Nicht zu verwechseln mit dem Aussichtspunkt gegenüber dem Hotel !

Dort bauten wir, abseits von Touristenautos und dem störenden Licht des Hotels unsere "High-Tech" auf und klein Laura wurde im Kleinbus zur Ruhe gebettet, was hervorragend klappte.

Gegen 20.00 Uhr wurde es dann interessant.
Uhps, da irgendwo ist doch in Deutschland eigentlich Orion – peinlich was ?
Aber so war es. Ich brauchte ein paar Sekunden um das Sternbild von der Milchstraße zu trennen.
(Ich betrieb gerade knapp 1 Jahr Astronomie unter verschärften norddeutschen Bedingungen.
Das ist wohl wie Einzelhaft !?)

Durch diese Tatsache hatte sich die Reise für meine Wenigkeit schon gelohnt.
Nun noch ein paar feine Fotos und alles ist gut.
So bohrte ich mein Auge in das ortoskopische 6mm-Okular am GA-2 und lauschte nach Umwelt und Autos.

Immer wenn meine Frau, die mit dem Feldstecher den Himmel bestaunte den Lichtkegel eines Fahrzeugs sah, schnappte sie sich die Schutzkappen der Kameras und hielt diese vor die Objektive.
Die Nachführzeiten von Hand reichten von 10 bis 45 Minuten.

Viel Zeit haben wir auch in das Auffinden von Objekten investiert, wobei das Bestaunen derselben nicht zu kurz kam. Ein so toller Himmel schult ungemein.

Ab und zu mußte der Automotor wegen der Heizung laufen, an der wir uns hin und wieder aufwärmten.
Fuchs und Hase dachten wohl, wieder so`n Astro-Touri, der hier rumlärmt.
Es ist erstaunlich, wie herrlich still es ist, wenn die Maschine wieder ausgeht.

Unser "Winterpelz" bestand aus Schal, Mütze, Handschuhen und allen Sommersachen aus dem Koffer, die wir uns komplett überzogen. Also kein Abschleppen mit schweren Mänteln.
Am nächsten Morgen kam alles in die Wäsche und ab in die Sonne – abends trocken.

Glück hatte ich bei dem Versuch, mich in das Sonnenobservatorium am Teide zu schmuggeln.
Die überaus wichtig aussehende Dokumentationsmappe für meine Astro-Photos in den Händen, traf ich zufällig einen spanischen Techniker der Anlage an der Pforte. Der wollte gerade auf das Gelände fahren.

Auf nette Weise angesprochen, ob er mir den Weg zum Vakuum-Turm-Teleskop "meiner deutschen Kollegen" verkürzen könnte, brachte er mich prompt mit dem Auto bis vor die Tür des Turmes. Viva Espana, aber der war natürlich zu. Heute weiß ich, das dort bis ca. März nichts läuft, wegen "Eisgang" an den Geräten.

Wenige Meter weiter klopfte ich an die Tür eines kleineren Turmes, dem angeblich ersten deutschen Sonnenteleskop am Teide, das nun den Spaniern gehört. Die Tür wurde von einem gemütlich dreinschauenden Österreicher geöffnet, der gerade an einem Projekt für die Spanier arbeitete. Der sah an meinem glücklichen Gesicht sofort, was ich wollte und zeigte mir die Sonne, wie ich sie bisher nicht wieder life erlebt habe.

 

12" Newton-Teleskop

Sonnenobs.

FAm "Okularauszug" ist Elektronik mit Klebeband gesichert.
Also eine gesellschaftsfähige Technik.

 

 

Sonnenobs.

Auf einem Pergamentblatt (1) werden die projizierten Sonnenflecken nachgezeichnet, um danach im Kontrollraum am PC schneller auffindbar zu sein. Daneben ist die CCD-Kamera (2) sichtbar, darüber die Filterschubladen (3).

 

ein zufriedener Marko

Sonnenobs.

 

Klaus Puschmann - österreichischer Astronom mit Herz

KlausLeider habe ich den Kontakt zu ihm verloren,
weil
sein Projekt kurz nach meinem Urlaub endete
und seine E-Mail-Adresse gelöscht wurde.

Vielleicht kennt ihn jemand, der mir seine Adresse geben kann.

 

 

 

Auf der Rückreise hatte ich dann am Zoll mein absolutes HighLight.
Die Kameragehäuse wurden geöffnet und dem Zöllner lachte aus der Minolta der 800er Fuji entgegen.
Ich spürte, wie der Film mir zurief: "Du Depp - hoffentlich tut`s richtig weh!!"
Es folgte deshalb ein 4 1/2-stündiger Heimflug, bei dem mir die Magensäure bis zur Nase stand.

Nun mag jeder für sich selbst entscheiden, ob er seine Gedanken immer entsprechend beieinander hat.
Einige Fotos sind dennoch recht brauchbar für die persönliche Erinnerung geworden.

Und wie heißt es doch so treffend: "Hinterm Horizont geht’s weiter!"

 

Astro-Fotos dieser Reise sind auf der Seite Bilder mit dem Kürzel >T1< zu sehen.

 

 

 

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